PROFIL UND MATERIAL - WAS IST WICHTIGER?

Für das optimale Segel müssen wir viel wissen - und Ihnen viele Fragen stellen. Dann erarbeiten wir einen Vorschlag bezüglich Profiloptimierung, Verarbeitung und Lebensdauer.

Für die optimale Geschwindigkeit ist die Lebensdauer des Profils wichtig.
Damit Sie sicher ankommen, sollten wir das Material entsprechend Ihrer Seemeilen/Jahr auswählen.
Wenn das Budget knapp ist, hilft es zu wissen, wo Sie segeln und bei welcher durchschnittlichen Windstärke.
Das Profil wiederum ist abhängig von den Trimmeinrichtungen und Ihrer Bereitschaft, diese zu nutzen.

1 Knoten mehr an der Kreuz ist oft - ohne viel Zusatzaufwand - möglich. Bei einem Tourenschiff ist in der Regel das Optimierungspotenzial viel, viel größer als bei einem Regattaschiff. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie schneller werden könnten, dann sollten Sie hier weiterlesen >>

SERVICE. BASIERT AUF ERFAHRUNG.

Die Profiltiefe (Bauchigkeit) beeinflusst extrem den maximal erreichbaren Vortrieb des Segels. Ein bauchiges Segel muss allerdings früher gerefft, oder flach getrimmt werden, damit das Boot bei Wind nicht zu sehr krängt.

Segel mit viel Profil müssen aktiv getrimmt werden, ermöglichen dafür aber weitaus höhere Geschwindigkeiten vor allem bei leichten Winden, aber auch bei mehr Wind raumschots.

Wenn Sie bei uns Segel bestellen, dann besprechen wir mit Ihnen, wie aktiv Sie Ihr Segel trimmen möchten - und zaubern so einige Segel-PS in Ihr Rigg - wenn sie möchten. Darüber hinaus zeigen wir bei der Auslieferung der Segel vor Ort, wie Sie diese Kräfte einsetzen und reduzieren können - durch Trimm.

SPEED. BASIERT AUF FSI-ANALYSE.

In Zusammenarbeit mit uns, auf Basis unserer Maße und übermittelter Zielvorgaben entwickeln die Designer in Apenrade bei ELVSTRØM Ihre Segel auf Basis der FSI-Analyse. Die Fluid Structure Interaction Analysis ist ein computerbasiertes Werkzeug, um über Strömungssimulation die Segel zu optimieren.

Das Tool ist zudem mit empirisch ermittelten Werten aus der Elvstrøm Datenbank mit über 3000 Segeldesigns verifiziert. Unsere Designer sind allesamt aktive Segler und kennen das dynamische Verhalten moderner Riggs auch aus der Praxis.

Das Ergebnis sind Segel, die optimalen Vortrieb gemäß Ihren Wünschen und Einsatzgebiet liefern.

SCHNELL UND BEQUEM

Das FatFurl Großsegel nutzt die Vorteile der modernen EPEX-Laminate und ermöglicht dank der optimalen Form die maximale Segelfläche - bei einem Roll-Reff-Großsegel. Die senkrechten, durchgehenden Segellatten und kurzen Zwischenlatten mit Carbontop stützen das Achterliek optimal, sowohl in voller Größe als auch gerefft. Das optimale Profil beim Reffen wird durch die Segellatten erhalten.
Das Ergebnis ist so schnell, dass eine Halberg Rassy 36 die in Schweden berühmte "Tjörn runt" Regatta in Ihrer Klasse mit Rollsegeln gewinnen konnte. Mehr Infos auf der Elvstrøm-Website >>

Anderes Beispiel: Bavaria 46 CR. Hier haben Sie oben zusätzlich 3 qm Großsegelfläche - dort, wo am meisten Wind ist. Zudem wird die Aerodynamik verbessert, das Segel produziert anteilig mehr Vortrieb. Diese Art Segel ist mit den EPEX-Membranen möglich geworden, weil wir so in dem stark belasteten oberen Bereich gezielt mehr lasttragende Fäden integrieren können. Mit Tuchaufdopplungen wird das Segel zu steif und rollt nicht mehr.

Beispiel 1: Bristol 35.5

Eine Bristol 35.5 - ein über 8 Tonnen schwerer Langkieler - ist nicht gerade als Leichtwindläufer bekannt. Mit den neuen ELVSTRØM-Segeln konzipiert von stockmaritime hat sich das geändert.

"Ein Träumchen" meint der begeisterte Eigner. Bei 3 Knoten Wind 3 Knoten Speed durch Wasser - daran war vorher nicht zu denken.

Möglich wurde das durch Segel mit maximaler Profiltiefe von 14-16% der Länge bei geradem Mast. Damit die Yacht bei Starkwind nicht platt auf dem Wasser liegt, haben wir in enger Abstimmung mit dem Eigner und Mastenhersteller Reckmann den Mast besser trimmbar gemacht.

Beachten Sie den Vorstagsdurchhang im Foto!

Double Action Backstay Control

"Double Action Backstay Control" haben wir die Möglichkeit genannt, über das Achterstag Einfluss auf Großsegel UND (!) Vorsegel zu nehmen. Mit etwas mehr Vorliekskurve im Vorsegel wirkt sich eine Spannungsänderung erheblich intensiver auf das Profil aus, als wenn man ein sehr gerades Vorliek hat.

Das Trimmen wird so stark vereinfacht: durch mehr Achterstagsspannung werden beide Hauptsegel synchron flacher.

Das ist eigentlich nichts Neues, so wird im Flying Dutchman seit 30 Jahren die Genua von 0-8 Beauforts beherrschbar gemacht - ohne Reffen. Auf größeren Schiffen haben wir mit dem Konzept 20 Jahre lang Siege mit unserer BB10 und ASSO99 eingesegelt - und sind jetzt international seit 2016 mit unserer FARR280 schnell und siegreich unterwegs - wie im FD mit nur einem (1) Vorsegel von 0-8 Beaufort.

Beispiel 2: Faurby 36

Diese Segel für die Faurby 36 sind aus dem besten Material, was wir uns zum schnellen Tourensegeln vorstellen können: EPEX Membran Segel mit hochfesten TECHNORA-Fasern und abriebfester Taffetabeschichtung auf beiden Seiten.

Damit wird die Profiltreue von Grand Prix Regattasegeln tourentauglich.

"Wir sind auf fast allen Kursen 1 Knoten schneller geworden" meint der Eigner beim Testsegeln. Zugegebenerweise waren die alten "Lappen" auch echt auf.

Im Foto ist die Profiltiefe bei geradem Mast deutlich sichtbar. Im Vergleich zu Dacronsegeln reagieren diese Segel viel stärker auf Änderungen der Fallspannung - das erläutern und zeigen wir Ihnen bei Auslieferung der Segel.

SPÄTER REFFEN

Hier sehen Sie das selbe Großsegel im Trimm für mehr Wind. Durch Zug am Achterstag, Cunningham und Unterliek erhalten Sie mit wenig Aufwand ein Profil, mit dem das Segel bei 20 Knoten Wind viel Vortrieb und wenig Krängung produziert.

Beeindruckend, mit welcher Höhe und Geschwindigkeit die Faurby jetzt durch die Wellen messert. So wird die Kreuz zum großen Segelspaß.

Bei diesen Bedingungen werden in 2-4 Jahren die überlegenen Vorteile der EPEX-Membran - im Vergleich zum Dacron Segel - stark zur Geltung kommen. Das Profil des EPEX-Segels bleibt über die ganze Lebensdauer nahezu unverändert, während das Dacronsegel mit Verlust des Harzes (Beschichtung) immer voller wird und im Achterliek ausreckt.

DACRON HÄLT LANGE - ABER NICHT DAS PROFIL

Hier zum Vergleich das Dacron Segel (unserer) BB10. Technisch ist das Segel noch einwandfrei, aber das Profil ist so tief geworden, und das Achterliek so elastisch, dass sich der Bauch nur im vorderen Bereich wegtrimmen lässt. 

Der Zeitpunkt zum Reffen tritt jetzt bereits eine Windstärke früher als beim Kauf des Segels ein, weil das Achterliek ohne Reffen zu stark killt und bremst. 

Ebenfalls gut zu sehen ist die Kralle im Achterliek, die verhindert, dass der Wind unverwirbelt abströmen kann - das bremst ebenfalls.

Das Segel ist noch funktionsfähig - aber nicht mehr schnell. Im Neuzustand war das Profil so wie bei dem Faurby-EPEX-Segel.

VORLIEKSKURVE UND SPANNUNG

Idealerweise dürfen wir Ihr Segel so gestalten, dass es mit minimaler Achterstags- und Fallspannung fast als Gennakerersatz dienen kann - so viel Profilzuwachs ist, in Abstimmung mit Ihnen, möglich.

Im Foto haben wir rund 90 Grad Windeinfallswinkel - und die Faurby läuft mit 8,5 Knoten deutlich über Rumpfgeschwindigkeit - mit einer 106% Fock.

SPANNUNGSAUFBAU MIT EXTREMFOLGEN

Jetzt hat die Fock - mit mehr Fallspannung und deutlich mehr Achterstagsspannung - ein Profil, mit dem Kreuzen zur reinen Freude wird. Tatsächlich ist dies das selbe Segel wie auf dem Foto zuvor.

Wenn wir Segel ausliefern, die Sie bei uns bestellt haben, dann stellen wir diese Segel bei Ihnen an Bord ein und machen Markierungen auf den Fallen und Schotschienen/-Holepunkten. Dazu machen wir Fotos zur Dokumentation und kleinen Einstellhilfe für Sie. Natürlich nur, wenn Sie das möchten.

Beispiel 3: Bavaria 32

Diese Bavaria 32 hat neue Segel als DCX-Laminat mit maximaler Profiltiefe, genau abgestimmt auf unser "DABaC-Konzept.

Uns hat selbst überrascht, wie viel schneller die Bavaria 32 geworden ist. Eine 40 Fuss Hanse konnte uns an der Kreuz nicht abschütteln, im Gegenteil, wir kamen auf. Alle potenziellen "Gegner" - und die gab´s reichlich auf dem sonntäglich gut gegefüllten Isselmeer - blieben schnell im Kielwasser. 

Auf dem Foto ist das Achterstag fast lose, die Genua hat maximales Profil und dank der abgestimmten Vorliekskurve trotzdem einen flachen Anschnitt. Die Bavaria läuft damit gute Höhe ohne viel Spannung auf dem Vorstag. 

SPANNUNG MIT FOLGEN

Jetzt ist das Achterstag angezogen. Der Durchhang des Vorstags wird geringer, und das Tuch deutlich sichtbar nach vorne gezogen und damit oben und in der Mitte flacher. Im unteren Bereich lässt sich das Segel sehr einfach durch den Holepunkt einstellen.

Damit wird der Reffpunkt 2 Windstärken noch oben verschoben, ohne dass das Segel gerollt werden muss.

Gerader Mast = volle Profiltiefe im Großsegel

Ohne Achterstagsspannung ist der Mast der Bavaria 32 kerzengerade. Die Großschot ist so dicht, dass der oberste Windfaden gerade noch ausweht. In dieser Situation haben Sie die volle Profiltiefe und den größten Vortrieb. 

Das geht so lange gut, bis das Boot zu sehr krängt und der Ruderdruck so zunimmt, dass die Yacht aus dem Ruder zu laufen droht.

BIEGEN STATT REFFEN

Mit Achterstagsspannung biegen Sie den Mast, das Großssegel (und Vorsegel) wird flacher, und das Großsegel twistet oben auf. So lassen Sie Druck vor allem im oberen Bereich des Segels ab, und vermindern sehr effektiv die Krängung.

Hier ist das Achterstag nun leicht angezogen.

FLACH IST HOCH UND SCHNELL BEI WIND

Der große Vorteil: Mit dem aktiven Einstellen des Achterstags optimieren Sie die Profile und segeln mehr Höhe an der Kreuz. 

Wenn Sie die Großschot öffnen, und das Großsegel fängt an zu schlagen, oder bekommt einen Gegenbauch, zerstören Sie die Balance Ihrer Yacht. Der Ruderdruck nimmt zwar ab, aber Sie verlieren Höhe und strapazieren Ihr Tuch. 

Nichts lässt Ihr Segel schneller altern, als wenn Sie es schlagen lassen !!!

ZIEL ERREICHT: MEHR SEGELSPASS

"Die Segel sind echt gut. Stehen perfekt und lassen sich trimmen wie in alten Zeiten auf der Jolle oder dem Cat. 
Ist schon ein echter krasser Unterschied zu vorher. Insbesondere die Ruderlage ist deutlich besser, da Kränkung mehr in Geschwindigkeit als in Lage umgesetzt wird. Vorher war eher ein Aushebeln und ein damit verbundener Sonnenschuss die Folge."

Michael Thies, Bavaria 32 Eigner.